Über die Demographie

Zusammengefasste Fruchtbrakeitsziffer Deutschland ©Shazes Placebos 2012

Zusammengefasste Fruchtbarkeitsziffer Deutschland ©Shazes Placebos 2012

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Demographie ist ein interessantes und wichtiges Gebiet. Allerdings lässt sich in den allermeisten Fällen nur nach langfristigen Beobachtungen Prognosen abgeben. Und selbst diese können mitunter falsch liegen. Ein Beispiel für sehr kurzfristige und falsche Einschätzungen hat die ehemalige Familienministerin von der Leyen, mit der Behauptung, dass ihre Maßnahmen einen „Babyboom“ verursacht haben, gegeben. Tatsächlich gab es eine Erhöhung der Geburtenzahl in den ersten Monaten des Jahres 2008. In dem gesamten Jahr 2008 sind aber 2000 Kinder weniger als 2007 geboren worden.

Dann gibt es noch Behauptungen, wie „die Türken erobern Deutschland“.

Um die Demographie zu verstehen muss man zu erst die wichtigsten Faktoren kennen. Es gibt Abwanderungen, Zuwanderungen, Einwohnerzahl, durchschnittliche Kinderzahl je Frau, Geburtenrate, Sterberate, endgültige Kinderzahl, Bevölkerungswachstumsrate, Altersstruktur und Lebenserwartung bei der Geburt. Wobei die Zahlen für die durchschnittliche Kinderzahl je Frau, – auch zusammengefasste Fruchtbarkeitsziffer, TFR (Total Fertility Rate) oder Fertilität genannt – oft nur sehr ungenaue Schätzungen sind. Sie können nur Schätzungen sein, da sie von der Altersstruktur und der Geburtenhäufigkeit der einzelnen Altersgruppen der Frauen abhängen. So bekommen Deutsche ihr erstes Kind mit Anfang 30 und es gibt sehr viele alte gebärfähige Frauen (40-49 Jahre). Im Gegensatz dagegen hat das geburtenstärkste Land Niger eine ganz andere Altersstruktur und Geburtenverteilung. Der durchschnittliche Einwohner ist dort nämlich nur 15 Jahre alt.

Somit dürfte es nicht verwundern, dass Deutschland in Wirklichkeit eine höhere Fertilität hat als sich durch die Formeln berechnen lässt. Die Forscher schätzten aktuell auf 1,6 statt 1,4 Kindern pro Frau. Nicht desto trotz liegen 1,6 Kinder je Frau deutlich unter der Erhaltungsquote von 2,1.

Eine ganz wichtige Erkenntnis ist, dass ab einem bestimmten Entwicklungsstand wesentlich weniger Kinder in einem Land geboren werden. So liegt die Fertilität in Lateinamerika, manchen arabischen Ländern und in der Türkei nahe der Erhaltungsgrenze und in Fernasien liegt sie schon deutlich unter dem Erhaltungsniveau (China 1.5, Japan 1.2, Südkorea 1.2, Nordkorea 2.0, Taiwan 1.1).

Die Situation in Deutschland ist bei weitem auch nicht einheitlich. So hat der erzkatholische Landkreis Cloppenburg in Niedersachsen (TFR 1,7) eine deutliche höhere Fertilität als Bochum (TFR 1,2).

Dazu gibt es Wanderbewegungen aus strukturschwachen Regionen in finanziell starke Regionen. Davon profitieren insbesondere die deutschen Großstädte, die steigende Geburtenzahlen und wachsende Einwohnerzahlen verbuchen können. So hat München eine wachsende Einwohnerzahl und die Geburtenzahl ist in den letzten 40 Jahren von 9 Tausend auf 15 Tausend gestiegen. Auch die Speckgürtel profitieren von dieser Entwicklung, da der Mittelstand den Anspruch hat ein eigenes Haus zu bauen und somit wieder auf das großstadtnahe Land zieht.

Die Verlierer sind die strukturschwachen Regionen, weil sie entvölkert werden. So schrumpft die Einwohnerzahl Essens von einstigen 730.000 auf die heutigen 574.000.

Die Behauptung, dass die Türken Deutschland erobern werden, lässt sich mit den demographischen Daten widerlegen. Die türkischstämmige Frauen bekommen inzwischen nur 1.8 Kinder (Laut dm Bundesamt für Migration und Flüchtlinge zwischen 2006-2008 – andere Quellen gehen nur noch von einen TFR von 1,7 aus). Das ist deutlich weniger als die Erhaltungsgrenze. Außerdem gibt es ein negatives Wanderdungsverhältnis zu der Türkei. Zudem schrumpft die Zahl der türkischen Staatsbürger in Deutschland deutlich von 2,4 Millionen auf 1,7 Millionen und auch die Geburten von türkischen Müttern sind innerhalb weniger Jahre von ca. 50.000 auf 25.000 zurück gegangen.

In der Westtürkei selbst liegt die Fertilität nur noch bei ca. 1.4, was dem berechneten deutschen Durchschnitt entspricht.

Ein weiterer Gegenbeweis für die Behauptung findet sich in dem vorher erwähnten Essen. Essen, das aufgrund seiner strukturellen Schrumpfung eigentlich schon längst ein islamische Stadt seien müsste, gibt an, dass von den sechzig häufigsten Vornamen bei Neugeborenen nur drei erkennbar muslimisch sind.

Deutschland ist im Gegensatz zu anderen Ländern ( Beispiele China, Ukraine, Polen und Japan) in der Lage aufgrund seiner wirtschaftlichen Stärke eine Sterbeüberschuss mit einem Wanderungsüberschuss auszugleichen. Polen und Ukraine sind wirtschaftlich zu unattraktiv, China hat zu viele Einwohner und Japan will es einfach nicht. Es wird sich zeigen, welches System am besten fährt. Und wer meint, dass man keine Chancen in Deutschland als Migrant hat, sollte vielleicht ein mal Japan ausprobieren. Dort wird man als Ausländer nicht angepöbelt sondern angelacht, dafür hat man keine Chance die gesellschaftlichen Sitten zu durchschauen und überhaupt die Möglichkeit langfristig einzuwandern.

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