Das Pullverfass ist am explodieren

Der syrische Bürgerkrieg, dem bereits über 150.000 Menschen zum Opfer gefallen sind, weitet sich immer weiter aus. Nun haben die Islamisten Mossul, eine Stadt so groß wie Dortmund, erobert. Das könnte ein weitere Schritt für einen noch viel größeren Krieg sein, ein Kampf zwischen sunnitischen Fanatikern und dem Rest der arabischen Welt, ein Krieg der vergleichbar mit dem 30-jährigen Krieg ist.

Mysteriöser Weise hat die Eroberung Mossuls niemand vorhergesagt. Selbst regionale Mächte, wie die Türkei, wurden überrumpelt, so dass z. B. sie ihr Konsulat nicht evakuieren konnten. Ähnlich wie die WDR-Wetter-Experten das Unwetter, indem sieben Menschen umkamen, nicht vorhersagen konnte, scheitert eine ganze Reihe Nah-Ost-Experten.
Mir erscheint es aber zu simpel, den Amerikanern, insbesondere Bush für seine Kriege oder Obama für seine Tatlosigkeit, als Schuldige anzusehen, denn diese Kriege beruhen im wesentlichen auf ganz anderen Grundlagen. Zum einen sind es religiöse Konflikte, die während der Zeit der Diktaturen nicht verarbeitet werden konnten, hohen Geburtenraten, die für genügend Nachschub und Existensfrust (Jouth Bulk-Theorie) sorgen und undemokratischen und illiberalen Verhalten der Gesellschaft. Es ist müßig zu phantasieren, was passiert wäre hätte Obama 100.000 Mann nach Syrien geschickt oder hätte Bush 100.000 Soldaten weggelassen. Der syrische Bürgerkrieg ließ sich nicht verhindern, genauso wie der irakische Bürgerkrieg vor paar Jahren nicht verhindert werden konnte.

Advertisements