Werden die Reichen immer reicher? Und sind Spekulationen die Ursache?

Die Reichen werden immer reicher. Stimmt das? Wenn man der Meinungslage der Medien von ARD bis ZDF und von FAZ bis TaZ glaubt, so werden die Reichen immer reicher.
Doch ich möchte nicht in das Einheitshorn blasen, sondern es genauer beleuchten.

Tatsächlich hat sich, wenn man den meisten Statistiken glauben schenkt, der Reichtum etwas zu Gunsten der Reichen verschoben, so dass die reichsten prozentual nun mehr besitzen. Mir geht es auch nicht darum nun den gewonnen Wohlstand durch Faktoren wie technologischen Fortschritt zu untersuchen, was natürlich auch sehr interessant ist. Mir geht es viel mehr um die Behauptung, dass die Reichen immer reicher werden, und zwar aufgrund von Finanzspekulationen.

Schauen wir uns einmal die reichsten 20 Menschen aus dem Jahr 2009 an:

http://www.finanzen.net/top_ranking/top_ranking_detail.asp?inRanking=83&inPos=20

Auffällig ist, dass bis auf Warren Buffett keiner der 20 reichsten Menschen durch Geldanlagen reich geworden ist.

Nun stellen ich die eine Vergleichsliste mit den 400 reichsten Amerikanern aus dem Jahr 1990 gegenüber.

Es fällt mit einem Vergleich einer aktuellen Forbes Studie auf, dass die Vermögen der Personen um den Faktor 10 etwa gestiegen sind (bei 60 % Inflation http://stats.areppim.com/calc/calc_usdlrxdeflator.php) und das als Quelle des Reichtums der Personen ein durchaus hoher Anteil durch Investment, Banking, Prival equity oder Hedge Fonds angeben wird (etwa 1/4 der Personen).
Die Reichen werden also immer reicher. Sind also Spekulationen die Ursache? Dafür muss man sich erst einmal die Berechnung des Vermögens anschauen. Die Superreichen haben (leider) nicht ihr Geld im Vorgarten vergraben, sondern ihr Vermögen besteht zu dem Großteil aus Firmenanteilen. Steigen die Werte der Firmen, so steigt auch der imaginäre Reichtum der Superreichen. Würde Bill Gates aber einen großen Anteil seiner Anteile von Microsoft verkaufen, würde dies zu einem große Kurseinbruch von Microsoft führen, so dass sein Reichtum deutlich schrumpfen würde. Übrigens hat Bill Gates schon längst clever umgeschichtet und lässt sein Vermögen von Michael Larson, einem Value-Inverstor verwalten.
Somit kommen ich auch zum Schluss: Die Superreichen spekulieren nicht sondern, investieren. Sie spekulieren nicht auf den Goldpreise, den polnischen Zloty, Hotelprojekte in Pjöngjang oder auf die Kontaktaufnahme mit Außerirdischen. Das soll natürlich nicht heißen, dass man mit so etwas nicht sau-reich werden kann.
Die Superreichen investieren ihr Geld in konservative, langfristige Projekte, wie Coca-Cola, McDonalds, Wal-Mart und Berkshire Hathaway. Das erklärt auch warum die Reichen, immer reicher werden: Die Armen und Dummen haben ihr Geld auf dem Tagesgeldkonto und bezahlen Lagergebühren für Goldbaren, oder schlimmer noch sie Spekulieren mit Dingen von denen sie keine Ahnung haben, haben einen Dispositionskredit oder machen Daytrading. Die Reichen hingegen investieren konservativ und langfristig und bleiben cool bei Vermögensschwankungen. Es ist somit kein Wunder, dass die Reichen immer reicher werden, während dessen die Mehrheit der Bevölkerung von Anleihen und Aktien keine Ahnung hat. Es bleibt ein ungeschriebenes Gesetz, dass die reichsten 10% zu jeder Zeit fast alles Besitzen, während die Mehrheit mehr oder weniger vom allgemeinen Lebensstandart abhängig ist. Ich bin überzeugt, dass Umverteilungsmaßnahmen nichts ändern werden, vielleicht wird es den ein oder anderen Umverteilungsmilliarder mehr geben, aber an der 10% Regel ändert sich nichts. Aus dem einfachen Grund, dass die Reichen einfach viel besser mit Geld umgehen können als die Armen.