Parteien – Sekten, die das Paradies ins Diesseits holen wollen

Für mich sind Parteien Sekten. Sie versprechen uns mit ihren wirren Ideologien das Blaue vom Himmel um uns später im Austausch für die erhaltenen Stimmen das Leben zur Hölle zu machen. Aus diesem Grund findet man eine Vielzahl an Spinner in der Politik. Gelegentlich gründen sich neue Parteien oder es spalten sich alte Parteien, weil ein Teil einer Partei seine Ideologie nicht mehr vertreten sieht. Das gleiche System der Entstehung herrscht auch bei Sekten. Eine Partei bebötigt auch immer eine Gegenpartei, also jemanden den man verteufeln kann, um seine Mitglieder bei Laune zu halten. Da keine Partei „die Lösung“ hat, werden auch viele wirkungslose, unnötige und verschwenderische Gesetze verabschiedet. Doch genau diese Fehler beleben das politische Geschäft, womit Regierungswechsel und Debatten erst ermöglicht werden.

Meine Wahlbiographie
Ich habe mit der SPD angefangen, da mein Vater SPD-Anhänger ist. Danach habe ich die Tierschutzpartei als Spaß gewählt. Ich habe es vor mir so begründet: Wenn es schon alles bergab geht, sollen es wenigsten die Tiere gut haben.
Nach der radikalen Zeit habe ich die etwas gemäßigteren Grünen gewählt. Damals lagen die im Trend. Aber ich war schon ein überzeugter Anhänger und habe angefangen meinen Müll zu trennen. Nach einer Reportage von Güner Balci über die Verhältnisse an einer Berliner Hauptschule, habe ich angefangen die Grünen nicht mehr zu mögen.

Meine Wahlaussicht
Vor einer Woche hätte ich noch die CDU gewählt. Ich bin kein Konservativer, aber mir geht momentan dieser Links-Grüne Mainstream auf den nerven. Da soll man die Umwelt, das Klima, das Europa und die Menschheit vor den Banken retten. Ehrlich gesagt, mir geht der ganze heuchlerische Scheiß am Arsch vorbei. Doch langsam wird mir bewusst, dass mir die CDU einfach zu autoritär ist. Wir leben doch nicht mehr zu Wilhelms Zeiten.
Aber es bietet sich bald mir, als rechter, liberaler Anarcho, eine neue Wahlmöglichkeit. Die FDP wird langsam wählbar: http://www.welt.de/politik/deutschland/article13798517/Wenn-der-FDP-General-seinen-Chef-laecherlich-macht.html. Sie sind liberal und dabei chaotisch organisiert; also genau das Richtige für mich. Außerdem worüber würden wir lachen, wenn es nicht mehr die FDP gäben würde. Uns würde einiges fehlen, wenn es die Spaßpartei nicht mehr gibt. Außerdem habe ich mal ein oder zwei FDP-Wahlplakate – das war während meiner gemäßigten radikalen Grünenphase – zerstört. Ich wähle ab sofort die FDP!

FDP. Eine Partei vor dem Implodieren

Die FDP Führung hat den Mitgliederentscheid knapp mit 54% zu 44% gewonnen. Doch das eigentlich Dilemma ist die Ideenlosigkeit und die Konzeptlosigkeit wie die liberalen Grundlinien in der Praxis umgesetzt werden sollen. Sätze wie, „Der Liberalismus fordert, alle Macht, also auch die der Mehrheit, zu begrenzen.“, hören sich gut an helfen aber bei konkreten Entscheidungen nicht weiter.
Selbst die Basis ist nicht fähig über Sachfragen, wie die Abstimmung über den ESM, sich Meinungen zu bilden und nimmt an dem demokratischen Prozess nicht einmal teil.
Der einzige Kitt, der das ganze FDP-Gebäude noch zusammenhält, ist die Angst vor dem vorzeitigen Machtverlust im Bundestag. Diese Partei ist nicht mehr zu retten.

Der einzige Gewinner ist der Rebell Schäffler. Er hat es geschafft einen Großteil der Abstimmenden, also der noch lebendigen FDP, auf seine Seite gegen die FDP-Führung zu bringen. Ein europaskeptischer Kurs, der freiheitliche Werte vertritt, wäre vielleicht der einzige Weg wieder an Profil zu gewinnen.