Armutsqoute – Eine statistische Spielerei

Das Handelsblatt schreibt (http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/studie-leben-in-europa-jeder-fuenfte-in-deutschland-von-armut-betroffen/11125854.html):

Als armutsgefährdet gilt, wer als Einzelperson weniger als 979 Euro im Monat zur Verfügung hat. „Das ist weniger als 60 Prozent der mittleren Einkommen der Gesamtbevölkerung“ sagte ein Sprecher des Bundesamtes. Um aber Armut nicht nur am Geld zu messen, sind für diese Untersuchung die beiden anderen Prüfsteine hinzugenommen worden.

Die beiden anderen Faktoren sind Heizen und ein Auto haben. Also wer mit dem Auto ordentlich heizen kann ist nicht arm, weil man dann auch bestimmt nicht sozial ausgegrenzt werden wird.

Statistisch gesehen haben übrigens die meisten Deutschen auch mehr Arme als der Durchschnittsdeutsche.

Werden die Reichen immer reicher? Und sind Spekulationen die Ursache?

Die Reichen werden immer reicher. Stimmt das? Wenn man der Meinungslage der Medien von ARD bis ZDF und von FAZ bis TaZ glaubt, so werden die Reichen immer reicher.
Doch ich möchte nicht in das Einheitshorn blasen, sondern es genauer beleuchten.

Tatsächlich hat sich, wenn man den meisten Statistiken glauben schenkt, der Reichtum etwas zu Gunsten der Reichen verschoben, so dass die reichsten prozentual nun mehr besitzen. Mir geht es auch nicht darum nun den gewonnen Wohlstand durch Faktoren wie technologischen Fortschritt zu untersuchen, was natürlich auch sehr interessant ist. Mir geht es viel mehr um die Behauptung, dass die Reichen immer reicher werden, und zwar aufgrund von Finanzspekulationen.

Schauen wir uns einmal die reichsten 20 Menschen aus dem Jahr 2009 an:

http://www.finanzen.net/top_ranking/top_ranking_detail.asp?inRanking=83&inPos=20

Auffällig ist, dass bis auf Warren Buffett keiner der 20 reichsten Menschen durch Geldanlagen reich geworden ist.

Nun stellen ich die eine Vergleichsliste mit den 400 reichsten Amerikanern aus dem Jahr 1990 gegenüber.

Es fällt mit einem Vergleich einer aktuellen Forbes Studie auf, dass die Vermögen der Personen um den Faktor 10 etwa gestiegen sind (bei 60 % Inflation http://stats.areppim.com/calc/calc_usdlrxdeflator.php) und das als Quelle des Reichtums der Personen ein durchaus hoher Anteil durch Investment, Banking, Prival equity oder Hedge Fonds angeben wird (etwa 1/4 der Personen).
Die Reichen werden also immer reicher. Sind also Spekulationen die Ursache? Dafür muss man sich erst einmal die Berechnung des Vermögens anschauen. Die Superreichen haben (leider) nicht ihr Geld im Vorgarten vergraben, sondern ihr Vermögen besteht zu dem Großteil aus Firmenanteilen. Steigen die Werte der Firmen, so steigt auch der imaginäre Reichtum der Superreichen. Würde Bill Gates aber einen großen Anteil seiner Anteile von Microsoft verkaufen, würde dies zu einem große Kurseinbruch von Microsoft führen, so dass sein Reichtum deutlich schrumpfen würde. Übrigens hat Bill Gates schon längst clever umgeschichtet und lässt sein Vermögen von Michael Larson, einem Value-Inverstor verwalten.
Somit kommen ich auch zum Schluss: Die Superreichen spekulieren nicht sondern, investieren. Sie spekulieren nicht auf den Goldpreise, den polnischen Zloty, Hotelprojekte in Pjöngjang oder auf die Kontaktaufnahme mit Außerirdischen. Das soll natürlich nicht heißen, dass man mit so etwas nicht sau-reich werden kann.
Die Superreichen investieren ihr Geld in konservative, langfristige Projekte, wie Coca-Cola, McDonalds, Wal-Mart und Berkshire Hathaway. Das erklärt auch warum die Reichen, immer reicher werden: Die Armen und Dummen haben ihr Geld auf dem Tagesgeldkonto und bezahlen Lagergebühren für Goldbaren, oder schlimmer noch sie Spekulieren mit Dingen von denen sie keine Ahnung haben, haben einen Dispositionskredit oder machen Daytrading. Die Reichen hingegen investieren konservativ und langfristig und bleiben cool bei Vermögensschwankungen. Es ist somit kein Wunder, dass die Reichen immer reicher werden, während dessen die Mehrheit der Bevölkerung von Anleihen und Aktien keine Ahnung hat. Es bleibt ein ungeschriebenes Gesetz, dass die reichsten 10% zu jeder Zeit fast alles Besitzen, während die Mehrheit mehr oder weniger vom allgemeinen Lebensstandart abhängig ist. Ich bin überzeugt, dass Umverteilungsmaßnahmen nichts ändern werden, vielleicht wird es den ein oder anderen Umverteilungsmilliarder mehr geben, aber an der 10% Regel ändert sich nichts. Aus dem einfachen Grund, dass die Reichen einfach viel besser mit Geld umgehen können als die Armen.

Das Land der Steuereintreiber

Deutschland geht es super. Deutschland steht super da. Super Deutschland, óle óle. So in etwa beschreiben die Wirtschaftsjournalisten, gerne die deutsche Wirtschaftsleistung, insbesondere wenn sie sie mit der von den anderen europäischen Ländern vergleichen. Und tatsächlich, der Deutsche Wohlstand ist ein Mysterium. OK, eigentlich meint man nicht den Wohlstand sondern die deutschen Steuereinnahmen. Die sind nämlich gigantisch hoch und reichen leider dennoch nicht um den Staat zu finanzieren. Das deutsche System basiert auf einem ausgeklügelten Trick. Die eine Seite der Münze verteilt das Geld edelmütig, an die Familien, Arbeitslosen, Asozialen, Subventionshaie, Großkonzerne, Knastologen und sonstigen Bedürftigen. Die andere Seite der Münze zieht den Bürgern wieder das Geld aus der Tasche; dabei ist natürlich kein Trick zu schäbig. Es sind nicht nur die unzähligen direkten Steuern allein, die greifen, sondern auch die falschen Versprechungen und die indirekten Abgaben, wie Inflation (also das Geld der gutgläubigen Sparer), die kalte Progression, Rentenversprechungen die eingezogen werden. Nicht zu vergessen ist die Hand, die sich selbstlos ab und zu die eine oder andere von den gerade beschriebenen Münzen aus dem Steuerbeutel abgreift. Dies geschieht natürlich nur um einen kleinen Teil der nicht geringen Selbstkosten, die bei einer der vielen humanitären Aufgaben entstehen, auszugleichen.

Doch dieses System alleine kann natürlich nicht bestehen, deswegen gibt es noch zwei weitere wichtig Säulen: die unabhängigen Medien und das Refinanzierungssystem. Das Refinazierungssystem besteht aus einem magischen Dreieck. Der Staat braucht Geld und leiht es sich bei den Banken. Die Banken haben Eigenkapitalquote von etwa 5% und somit auch kein Geld und müssen es sich von der EZB, also wieder vom Staat, leihen. Falls dann bei den Banken aufgrund der hohen Hebel gewaltige Abschreibungen erfolgen, ist der Staat klug genug um auf die Zockermentalität der Banken hinzuweisen. Um diese zu heilen soll die Finanztransaktionssteuer eingeführt werden. Die unabhängigen Medien jubeln, der Mob auch, solange bis er realisiert wer eigentlich besteuert wird.

Gold – das tote Metal

Liebe Leser, lasst die Finger vom Gold! Ein paar Gründe warum ihr nicht in Gold investieren solltet:

1. Gold ist aktuell überbewertet, dass heißt es wird viel mehr Gold recycelt und abgebaut als tatsächlich in die Schmuck und Elektro-Industrie benötigt werden. 2013 wurden 40% des Goldes von Spekulanten gekauft.
2. Gold taugt auch nicht wirklich als Absicherung in einer großen Weltwirtschaftkrise. Gold würde nur für Lebensmittel, Genussmittel und Medikamente billig verramscht werden. Warum sollte man nicht gleich mit viel weniger Mitteln einen Lebensmittelvorrat sich anschaffen und/oder und im Keller Schnapsflaschen lagern um sie im Fall der Fälle günstig gegen viele Goldbarren und Münzen zu tauschen?
3. „Papiergeld“ ist nicht wertlos. Hinter den Währungen stecken Wirtschaftsleistungen und das Vertrauen sich morgen für die erbrachte Arbeit Waren einzutauschen zu können. Natürlich hätte Geld einen hohen Wertverlust, bei einer Inflation, den hätte das Gold aber auch, weil die Leute in einer Krise sich weniger Schmuck kaufen können und wollen.
4. Es ist ein äußerst risikobehaftetes Investment. Der Goldpreis ist an den Dollar gekoppelt und somit ist eine Goldinvestition eine doppelte Wette auf einen steigenden Goldkurs und einen steigenden Dollarkurs. Devisenkurse gelten gemeinhin als besonders riskant.
5. Gold taugt nicht als langfristige Absicherung und Investition. Hierfür muss ich weiter ausholen:
Es wurden erst 160 k Tonnen Gold abgebaut, das ist der berühmte 20 Meter-Würfel. Es gibt aber noch 25 G Tonnen Gold in der Erdkruste und somit noch genügen Wachstumspotential. Die Weltbevölkerung wird in den nächsten Jahrzehnten nicht mehr stark wachsen; und damit auch nicht der Bedarf nach „teurem“ Goldschmuck. Dagegen konnte man in den letzten Jahrzehnten einen stetigen Anstieg des Goldabbaus beobachten. Außerdem werden schon hohe Anteile des Goldbedarfs mit Recycling gedeckt. Dazu werden verbesserte Abbaumethoden entwickelt, so dass irgendwann auch nicht so reichhaltige Goldquellen abgebaut werden können, z.B. Adern mit 1ppm Gold im Gestein statt aktuell etwa 5 ppm Gold im Gestein. Nicht zu verachten sind auch Gold-Verunreinigungen anderer Rohstofflager, d.h. es wird selbst Gold abgebaut wenn man es eigentlich nicht möchte.

Also ersparen euch lieber den Frust in einer Goldblase Geld versenkt zu haben und hört nicht auf die Goldbugs. Überlasst die Goldabbausubvention den Staatsbanken und Investoren.