Türkei verteidigt sich gegen Syrien

Bei einem Granaten-Angriff der syrischen Armee gegen die Türkei sterben fünf Menschen in der Türkei. Daraufhin hat die Türkei das Feuer erwidert.
Die Türkei hat meine volle Unterstützung im Kampf gegen den Diktator Assad. Ich hoffe das die Nato nun endlich den Diktator Assad ausschaltet und damit der Weg für eine Demoktratie in Syrien frei wird.

Wo waren eigentlich die besorgten Kommentare, als Assad sein Volk niederzusetzen lies?

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Homo islamicus

Um eines vorweg zu nehmen, der Begriff „Homo islamicus“ stammt nicht von mir.

Die Welt schreibt (http://www.welt.de/politik/ausland/article13424268/Erdogan-veraendert-Tuerkei-so-tief-greifend-wie-Atatuerk.html):

„Für ihn ist der „muslimische Mensch“ dem westlichen „potenziell überlegen“. AKP-Denker schreiben auch gerne über einen neuen „Homo islamicus“ – strebsam, dynamisch, moralisch und muslimisch. „

Nun muss man erstmal etwas weiter ausholen, um zu erklären, warum Leute, die so etwas behaupten, als Vordenker und nicht als Witzfigur gelten.

In der Türkei fing so ziemlich alles mit der Staatsgründung von Atatürk an. Das Ziel der Reformen Atatürks war, die Türkei an das damals vorhandene, nationalistische und demokratische Europa anzubinden. Um dies zu erreichen, musste Atatürk die Macht des modernisierungsfeindlichen Islam beschränken und die Bildungssituation verbessern. Beides gelang ihm, weil er durch seine Siege im Unabhängigkeitskrieg als Kriegsheld galt. Die Türkei wurde laizistisch. Dabei vergaß Atatürk eines, nämlich, dass Demokratie vom Volk selbst kommen muss. Was nützt es, ein demokratisches System zu haben, in dem niemand die Grundsätze von Demokratie, Meinungsfreiheit und Wahlrecht schätzt. Diese Demokratie war von Anfang an keine richtige, denn das Militär bekam die Aufgabe des Wächters, der bei verfassungsfeindlichen Regierungen eingreift.

Was ist aus Atatürks Modernisierungsversuch nach mehreren Militärputschen übrig geblieben?
Die Türkei hat sich wieder islamisiert. Die Religionsbehörde, die die Macht des Islams begrenzen soll, tritt nun für seine Verbreitung ein. Das Militär ist weitestgehend seine Vormachtstellung los. Das alte System „der Kemalismus“, der inzwischen nur noch als Reformstopper auftrat, kommt auf den geschichtlichen Kompost. Der Kemalismus hatte sich schlichtweg nicht weiter entwickelt, man wollte ins Europa der Zwanziger-, Dreißigerjahre beitreten, nur hat sich Europa seit damals weiterentwickelt.

Nun zurück in die Gegenwart der Türkei. Erdogan hat sich einen Namen als Reformer gemacht. Außerdem hat er die alten Zöpfe des Kemalismus abgeschnitten. Er hat das Militär besiegt. Außerdem hat er sich außenpolitisch in alle möglichen Richtungen ausgestreckt. Er möchte die Türkei zur alten Stärke zurückführen.

Er steht nun aber vor dem gleichen Problem wie damals Atatürk. Dem Problem des Islam. Dies besteht hauptsächlich in der Reformunfreundlichkeit. Atatürk wollte den Islam nicht in die Moderne integrieren, er wollte ihn abschaffen.
Erdogan hingegen möchte dem Islam einen nationalistischen Anstrich verpassen. Doch wird sich der Islam so reformieren lassen? Die Meinungsfreiheit wurde inoffiziell mit der Inhaftierung der freien Presse und Regimekritiker abgeschafft.
Mit Moral und Islam lässt sich der Wahlkampf gewinnen. Wobei die Moral eigentlich immer ein zweischneidiges Schwert ist, auch wenn es besonders diejenigen, die sie gern benutzen, nicht wahr haben wollen.

Nein, der Islam wird so die Moderne nicht erreichen. Denn ohne Meinungsfreiheit wird auch der Fortschritt bald auf der Strecke bleiben. Außerdem gibt es das Konzept des Islam mit einem nationalistischen Anstrich schon (bzw. ist ein Teil von ihm), er nennt sich „Dschihad“.

(Artikel vom 2011-06-12)