Vuvuzela beim Zapfenstreich – ein Akt der gerechten Demokratie

Ich musste gestern lachen, als die Moderatoren den Protest bei dem Zapfenstreich als großen Akt der Demokratie beschrieben, den auch die Soldaten, die an der Zeremonie beteiligt waren, verteidigen würden. Zu erst einmal stellt sich die Frage: Wie demokratisch ist es wenn eine Gruppe von ein paar Hundert Leuten in einer Stadt von 3,5 Millionen Einwohnern eine Veranstaltung stört? Wer hat diese Leute denn demokratisch legitimiert? Würden sie bei dem nächsten Neonazi-Fackelzug auch von einem großen Akt der Demokratie sprechen?

Natürlich bin ich der Meinung, dass jeder Recht auf Meinungsfreiheit hat. Doch gehört zu diesem Recht auch politische Veranstaltungen zu stören? Ich denke nicht. Was die Moderatoren machen ist eine Billigung von absolut undemokratischen Verhaltensweisen in Namen der Gerechtigkeit. Sozusagen: Gerechter Krawall! Hätten Rechtsextreme eine politische Veranstaltung der Grünen mit Trillerpfeifen gestört, würden sie es natürlich ganz anders kommentieren. Gut es müssen ja nicht immer die Nazis sein: Nach der Logik der Moderatoren, habe ich das Recht auf der Beerdigung meines unliebsamen Nachbarn mit Gleichgesinnten die Trauerfeier mit Vuvuzelas zu stören – Irre!

Advertisements

Eine Ära geht zu Ende

Mit Trauer und ein bisschen Häme habe ich heute Wulffs Rücktritt vom Amt des Bundespräsident wahrgenommen.

Ein gemeiner Tiefschlag der Staatsanwaltschaft hat ihm nach monatelangem Spießrutenlaufen das Ende bereitet. Es bleibt nun die Frage; was bleibt?

Wulff hat seine Aufgabe sehr ordentlich ausgeführt. Er hat Beispielsweise die Orden immer zahlreich verteilt und mit Reden auf Probleme aufmerksam gemacht. Außerdem hat er uns gezeigt, dass das Amt des Bundespräsidenten absolut unnötig ist. Dafür sollten wir ihm dankbar sein und akzeptieren, dass wir niemals wieder so einen guten Bundespräsidenten finden werden.

Shazes Placebos fordert hiermit die sofortige Auflösung des Amtes.

Falls Wulff zu einer Haftstrafe verurteilt wird, empfiehlt es sich diese in einen Urlaub in einer Villa von Maschmeyer umzuwandeln. Als Bestrafung ist der Hausherr, während der gesamten Zeit des Aufenthalts, anwesend.

Auf den Wulff gekommen!

Es gibt manche Themen, die zwar richtig von der Logik und Moral sind, aber dafür auch absolut penetrant wirken, indem sie immer und immer wieder durchgekaut werden. Besonders nervig ist es, wenn es niemanden mehr gibt, der kontrovers diskutiert. So verhält es sich auch bei der Wulff-Debatte.

Ich bin eigentlich der Meinung, dass man das Präsidentenamt abschaffen sollte. Ich konnte auch den Wulff wegen seinen hängenden Schultern und der unterwürfigen Gestik noch nie leiden. Doch inzwischen werde ich von den Medien zum Gesetz des Gegenteils getrieben.

Lasst Wulff im Amt. Nein, lasst ihn noch so eine Bummsbudde bauen, direkt neben der alten und noch viel größer!

Warum sollte Wulff im Amt bleiben? Zu erst einmal haben wir uns ihn verdient. OK, vielleicht haben wir ihn doch nicht verdient. Aber die Presse und Medien haben ihn jedenfalls verdient! Erstens, weil sie ihn unbedingt weg haben wollen. Zweitens, weil die Öffentlich-rechtlichen unsere GEZ-Gebühren für gefühlte 1000000000 Wulff-Talkshows verpulvern. Drittens, weil sie Heuchler sind. Viertens, weil sie auf dem linken Auge blind sind.

Außerdem genieße ich persönlich die Auftritte des Präsidenten. Es gibt niemanden, der die Autorität des Amtes derart lächerlich machen kann. Dafür bin ich ihm zutiefst zum Dank verpflichtet. Jemand hat gesagt, ich weiß leider nicht mehr wer genau, das der Wulff die Karikatur eines Präsidenten ist. Das stimmt schon:

Vielen Dank Wulff. Du bist das Beste was dem Amt passieren konnte. Bleib bitte gesund und munter.

Die Bundespräsidentenfrage – Ein Kompromiss

Seit geraumer steht die Bundespräsidentenfrage im Raum. Damit ist aber nicht die aktuelle Diskussion ob Wulff im Amt bleiben soll gemeint (Meine Meinung dazu ist, dass bei der Untersuchung noch mehr enthüllt werden wird. Denn sonst hätte Wulff nicht so übertrieben reagiert. Außerdem habe ich keinen Augenblick seinen Worten und seinem Mienenspiel in der Fernsehverteidigung geglaubt. Dass Wulff übrigens keine Verteidigung in der Presse widerfährt, liegt daran, dass er bei den Linken als Christdemokrat unbeliebt ist, weil er als Politiker Bundespräsident wurde, und weil er bei den Konservativen und Intellektuellen wegen dem Satz „Der Islam gehört zu Deutschland“ unbeliebt ist. Die Konservativen finden den Satz dumm, weil sie der Meinung sind, dass in der Historie [vor 45] kein Klang eines muslimischen Furzes in Deutschland vernommen wurde und die Intellektuellen können mit diesem einfachen Satz einfach nichts anfangen.)
Nein es ist die Frage gemeint was aus dem Amt des Bundespräsidenten wird. Darf ein Politiker Bundespräsident werden? Muss er oder sie vorher nicht seine Würdigkeit beweisen? Womit? Wer entscheidet wer kandidieren darf? Muss ein Präsident, wenn er vom Volk gewählt werden darf, nicht mehr Macht ausüben können? Ist das dann nicht gefährlich?
Es gibt auch noch kritischere Stimmen. Sind 30 Millionen Euro jährlich nicht zu viel Geld? Schafft man dieses nutzlose Amt nicht besser ab?

Ich selbst sehe mich eher im Kreise der Letzteren. Doch es bietet sich ein Kompromiss:
Das Amt des Bundespräsidenten besteht (fast) ausschließlich aus dem Repräsentieren des deutschen Volkes und verlangt einen aufstrebsamen Geist. Andererseits kostet es dem deutschen Volk jährlich viel Geld. Es gibt eine gute und kostenlose Alternative. Gibt dieses Amt dem Guttenberg auf Lebenszeit. Somit ist jedem geholfen. Guttenberg ist macht-hungrig und sucht eine neue Betätigung. Er ist ein Profi. Er ist beliebt, beherrscht das politische Geschäft bestens – die Legislative higegen eher weniger –  und ist somit für den Job sehr geeignet. Die Presse, insbesondere die Boulevardpresse, würde sich freuen. Und wenn er den Job kostenlos macht, kann sich das Volk über eine finanzielle Entlastung freuen.